Lesung mit Szczepan Twardoch

Einen besonderen Gast durften die Schülerinnen und Schüler einer deutsch-polnischen Begegnungswoche im Ökologischen Schullandheim Spohns Haus begrüßen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Polnische Kulturtage 2018“, organisiert und durchgeführt von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar, besuchte der bekannte polnische Autor Szczepan Twardoch die Bildungseinrichtung zu einer Lesung. Für die Schüler der Realschule Broich aus Mühlheim an der Ruhr und deren Partnerschule aus dem polnischen Rosko eine ideale Gelegenheit mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. So gab es für die Schülerinnen und Schüler nicht nur Leseproben aus den Werken des Autors, es entwickelte sich eine angenehme Diskussion zwischen Schülerinnen, Schülern und dem Autor über seine Werke und das aktuelle politische Zeitgeschehen. Hans Bollinger, Vorsitzender des Trägervereins des Ökologischen Schullandheims und zeitgleich stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar eV, zeigte sich von der Veranstaltung sehr angetan: „Ich denke wir können mit der Veranstaltung mehr als zufrieden sein. Für die Schülerinnen und Schüler war es sicher eine tolle Erfahrung einen bekannten Autor so nah erleben zu können“

Zum Autor:

Szczepan Twardoch (geb. 1979) ist einer der bekanntesten und prominentesten zeitgenössischen Schriftsteller Polens. Seine Werke handeln in den Zwischenkriegsjahren in Warschau und geben einen Einblick in die historisch bedingte kulturelle und politsche Entwicklung Polens. Auch zur aktuellen politischen Lage in Polen hat der Autor ein bilaterale Meinung, die im sowohl Lob als auch eine Menge Kritik einbringt. In einem Artikel der ZEIT vom 17.03.2018 beschreibt der Journalist Tomasz Kurianowicz die politische Meinung Twardochs wie folgt: „In Polen hat Twardoch so viele Verehrer wie Feinde. Das hat auch mit seiner politischen Haltung zu tun. Einerseits kritisiert er die rechtskonservative PiS-Regierung scharf und schonungslos, nennt sie die schlechteste seit 1989. Besonders die Außenpolitik hält er für katastrophal. Für ihre Sozialpolitik lobt er die Partei Recht und Gerechtigkeit dann aber, etwa für die Erhöhung des Kindergelds und des Mindestlohns. „Und genau das ist das Problem […] In Polen kann man nur Teil eines Lagers sein: pro oder kontra Kaczyński. Nuancierte Positionen sind unerwünscht.“ (Quelle: https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-03/szczepan-twardoch-der-boxer-schriftsteller-polen)